Mai 08, 2018

Vinho Verde. Das ist nicht nur ein Wein, sondern auch der Name der Region, aus der er stammt. Sie erstreckt sich im Nord-Westen Portugal zwischen den Flüssen Douro und Minho. Die Region ist sehr grün, daher der Name des Weines (portugiesisch für „grüner Wein“). In den flachen Tälern in Flussnähe werden Trauben für billige Massenproduktion angebaut, an den eher unwirtlichen Hängen hingegen wachsen spannende Trauben mit niedrigem Ertrag, die für die Herstellung hochwertiger Weine angebaut werden.

Früher wurde die Region kaum beachtet und wenn man sie kannte, assoziierte man sie mit leichten Weißweinen, die eher an Schorle erinnerten, nur wenig Alkohol enthielten, dafür aber Kohlensäure (wie bei einer Limonade), keinen Abgang. Man stufte die Vinho Verde als Studentenweine ein und räumte sie in die gleiche Schublade wie beispielsweise Retsina.

Der Fluss Mino – Grenzfluss nach Spanien
Seit 2014 hat sich die Lage jedoch drastisch geändert, und zwar auf Drängen des Präsidenten der Vinho Verde-Kommission, dessen Anliegen es war, dass neben den großen Produzenten der billigen Vinhos Verdes für die Supermärkte, auch die Produktion hochwertiger Weine der Region gefördert würde.

Die Nachfrage nach portugiesischen Weinen ist aktuell nämlich ziemlich hoch. Das liegt unter anderem daran, dass diese Weine momentan das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Europa mitbringen. Allerdings liegt dieser Trend auch zu großen Teilen an der unermüdlichen Arbeit einiger visionärer Winzer, die statt auf Quantität auf Qualität setzen. Ihnen gebührt der Ruhm für den stillen Wandel der Region und wir schätzen uns glücklich, mit gleich drei Vertretern dieser Gruppe zusammen zu arbeiten: João Cabral Almeida, Pedro Araújo von der Quinta do Ameal und die Familie Cerdeira von der Quinta do Soalheiro.
Diese Weingüter liegen weit entfernt vom fruchtbaren Tal der Flüsse Lima und Minho, wo große Mengen uninteressanter Trauben geerntet werden um besagte Supermarkt-Regale zu füllen.
Die Erträge dieser Qualitäts-Weingüter sind weitaus niedriger als die ihrer großen Konkurrenten, doch dafür ist der Wein konzentrierter und Ausdruck seines Terroirs.

Im Vinho Verde sind eindeutig Weißweine der Star. Die Rotweine der Region sind bis jetzt kaum interessant und eher für den Privatkonsum gedacht. Da sie sehr viel rustikale Tannine enthalten, passen sie gut zu lokaltypischen Gerichten wie Lampreia in Rotweinsauce.
Die Weißweine werden meist ohne Barrique ausgebaut, haben einen geringen Alkoholgehalt (um die 11 bis 12 % Vol.) und erfreuen durch viel Frische und Mineralität.
Die besten Reben für die Weißweine sind Alvarinho aus Monção und Melgaço, Loureiro aus der Region Lima. Diese Weine haben ein tolles Lagerpotenzial von rund 10 Jahren und entwickeln sich wie gute Rieslinge.


Quinta do Ameal

Grundstück der Quinta do Ameal

João Cabral Almeida ist ein begabter Winemaker und Önologe, der allerdings kein eigenes Land besitzt. Solche Winzer werden auch als Garage Winemaker bezeichnet, da sie ihre Weine überall, auch in Garagen, machen können. Von ihm beziehen wir nun schon seit Längerem den Camaleão, eine Cuvée aus 70% Loureiro und 30% Alvarinho. Der Jahrgang 2016 wurde von Parker mit 92 bewertet!

Von Pedro Araújo von der Quinta do Ameal beziehen wir einen Vinho Verde aus 100 % Loureiro. Auch sein Jahrgang 2016 wurde bei Parker mit 92 Punkten ausgezeichnet.

Quinta do Soalheiro

Luis Cerdeira von der Quinta do Soalheiro

Und natürlich darf ein Vinho Verde aus 100% Alvarinho nicht fehlen! Den beziehen wir von der Quinta do Soalheiro. Er erhielt die gleiche Punktzahl: 92 Punkte.

Diese drei Weine sind der Spiegel der Region und ein wunderbares Beispiel dafür, was gute Vinhos Verdes sein können. Sie eignen sich wunderbar als Aperitif, passen ausgezeichnet zu Fischgerichten und sind die ideale Begleitung zu Spargel.

Hier ist unsere Auswahl an Vinho Verde, Weine aus Portugal.