Juni 22, 2018

Anfang Juni haben wir uns mit der ganzen Familie aufgemacht, um eine kleine Weinreise von der Champagne, durch das Burgund bis ins Jura zu machen und einigen Winzern einen Besuch vor Ort abzustatten.
Man lernt einfach am besten, wenn man sehen, hören, fühlen und schmecken kann, wo der Wein herkommt. Außerdem sind uns die persönlichen Beziehungen zu unseren Geschäftspartnern ein wichtiges Anliegen und so ein Besuch auf dem Anwesen ist natürlich auch viel schöner als nur der Besuch am Messestand …

Ein Highlight der fünftägigen Reise war der Besuch bei Champagne Moutard in Buxeuil, eine der kleinsten Kommunen der Côte des Bar in der südlichen Champagne.
Schon allein die Umgebung ist traumhaft: Zwischen den Weinbergen, die sich auf leicht hügeligem Terrain erstrecken, liegen kleine verschlafene Dörfer, die mit ihren teilweise sehr herrschaftlichen Anwesen aus Sandstein und den blühenden Rosenbüschen pittoresk und pingelig gepflegt, jedoch nie protzig oder spießig wirken. Uns begegnet kaum eine Menschenseele, dafür sehen wir Pferde und Kirschbäume und natürlich ein Champagnerhaus nach dem anderen. Alles grünt und blüht und die Luft duftet.

Philippe in Moutard-Ville

In Buxeuil angekommen nimmt uns Alexandre Moutard, der älteste Sohn der vier Moutard-Kinder, in Empfang. Nebenbei telefoniert er noch mit seinem Cousin, damit dieser sich um die Kundin kümmert, die in einer Einfahrt wartet, um die bestellten Champagnerkisten persönlich abzuholen. So läuft das bei den Moutards: Geschäfts- und Privatkunden kommen fast täglich zu Besuch, entweder um sich für den Privatgebrauch einzudecken oder Geschäfte zu machen. Und ein Familienmitglied ist immer zur Stelle. Nur nicht am Sonntag, denn der gehört, wie Alexandre mehrfach betont, “dem lieben Gott”.

Nachdem wir unser Quartier bezogen haben, werden wir von Alexandre und seinem jüngeren Bruder Benoît mit dem Van abgeholt, denn jetzt steht der Besuch der Weinberge an. Was wir noch nicht wissen: im Kofferraum des Van steht eine Kühltasche voller Champagner bereit. Denn das wird nicht einfach ein Besuch in den Weinbergen: Wir werden jeden Champagner, den die Moutards aus einzelnen Parzellen herstellen, in der jeweiligen Parzelle probieren. So schmeckt es schließlich am besten!

Der Moutard-Van in den Weinbergen

Unser erster Halt ist die Parzelle Champ Persin, die mit Chardonnay bepflanzt ist. Mit Blick auf die anderen Hänge erklärt Benoît, dass Chardonnay dunklere Blätter hat als der Pinot Noir mit seinen helleren Blättern. So kann man schon von weitem erkennen, wo was wächst. Die Brüder erklären, welche Arbeit wann am Weinberg anfällt, wie es mit der Lese und den Erntehelfern ist, geben Anekdoten zum besten … Nebenbei wird die Kühltasche geöffnet und die Gläser hervorgeholt.

Weinberge in der Champagne
Die Buxeuil-Boys, wie wir sie unter uns inzwischen getauft haben, haben ihren Beruf von der Pike auf gelernt und wussten – im Gegensatz zu ihren jüngeren Geschwistern, die beruflich einen anderen Weg eingeschlagen haben – schon früh, dass sie das Familienerbe antreten wollten. Trotz ihrer gerade erst 25 und 27 Jahre strahlen sie eine fachmännisch-professionelle Souveränität aus, die wohl von allein kommt, wenn man sich durch und durch mit seinem Gebiet auskennt und seinen Beruf lebt und atmet.
Entsprechend parlieren sie eher, als dass sie dozieren und so stecken wir schon bald unsere Notizbücher weg und lassen uns in die herrliche Atmosphäre hineinfallen, um mit allen Sinnen zu genießen. Die Sonne, die Aussicht, den prickelnden kühlen Champagner in unseren Gläsern. Da wir heute nicht mehr mit dem Auto fahren müssen, genießen wir ihn bis auf den letzten Tropfen und spucken ausnahmsweise mal nicht aus. So gut hat uns Champagner lange nicht geschmeckt!

Maître Philippe & Filles mit den Buxeuil-Boys

Les Filles beim Champagner-Tasting

Der Champ Persin ist ein Champagner aus 100% Chardonnay. Wie alle Champagner des Hauses hat er eine Flaschenreifung von 36 Monaten hinter sich und macht mit seinen erfrischenden Zitrusnoten und dem langen Finale gerade unter der Mittagssonne und als Einstieg viel Spaß.

Champagne Champ Persin

Champagne Moutard

Nach einer kurzen Minute im Van haben wir die nächste Parzelle erreicht und hier ist nun die Cuvée Richardot aus 100% Pinot Noir an der Reihe. Diesen sehr eleganten Champagner verkaufen wir bereits und unser Team ist ausnahmslos begeistert davon. Oft kommt er auch in unseren Champagner-Seminaren zum Einsatz. Neben zarten Röstaromen zeigt er fruchtige Noten. Im Mund ist er fast cremig und die Dosage kaum zu erschmecken.
Er harmoniert hervorragend mit Chaource, doch heute schmeckt er auch ganz ohne Käse und Brot …

Champagne Moutard vieilles vignes 100% Pinot Noir Richardot

Der nächste Halt ist die Parzelle Vignes Beugneux, von wo der ebenfalls aus 100% Pinot gewonnene gleichnamige Brut-Champagner stammt. Die Parzelle befindet sich in der Kommune Polisy, die Reben sind 20 Jahre alt und auch dieser Champagner hat 36 Monate Flaschenreifung hinter sich. Er ist dicht und hat schöne Brioche-Noten, ein sanftes Finale und einen langen Abgang. Der Pinot Noir-Charakter kommt wunderbar zur Geltung.

Champagne Rosé Dame Nesle, Flasche.

Champagne Rosé Dame Nesle, im Glas.

Zum Abschluss probieren wir den Rosé-Champagner “Dame Nesle”, Brut, wieder aus 100% Pinot Noir von 25 Jahre alten Reben mit 36 Monaten Flaschenreifung. Beerig und erfrischend mineralisch – für uns eine schöne Neuentdeckung.

Und dann geht es “schon” zurück ins Dorf, nach “Moutard-Ville”, wie man es auch nennen könnte, denn das 130-Seelen-Dorf ist fest in der Hand der Moutards: jedes zweite Haus trägt den Namen Moutard, beherbergt einen Keller oder Verkaufsraum. Auch einer Tante und einem Cousin begegnen wir auf der Straße. Später werden es noch mehr, denn am Abend wird die Taufe eines der jüngeren Familienmitglieder gefeiert.

Zum Mittagessen – wir grillen im Hof – gibt es neben mindestens fünf weiteren Champagnern, u.a. der Vigne Chienne, einem weiteren Champagner aus 100% Chardonnay, den wir das nächste Mal mitbestellen werden, auch den Chablis 1er Cru Fourchaume, denn die Moutards haben auch Weinberge im nahe gelegenen Burgund und stellen auch ausgezeichnete rote und weiße Weine her.

Chablis 1er Cru 2015 Fourchaume Moutard-Diligent

Da uns die vielen edlen Tropfen langsam zu Kopfe steigen, ziehen wir uns nach dem Essen zurück, treffen aber schon bald wieder mit Alexandre zusammen, der uns nun durch die beeindruckenden Kelleranlagen führt. Wir fühlen uns wie Zeit- und Raumreisende, denn erstens lagern in den Kellern teilweise sehr alte Flaschen und zweitens scheint das gesamte Dorf unterkellert zu sein: obwohl wir doch hinter dem Haus in den Keller hinabgestiegen sind, kommen wir ganz woanders wieder heraus!

Alte Flasche im Keller

Fässer im Keller

Alexandre Moutard am Fass

Zum Abschluss zeigt und Alexandre noch seine neueste Anlage, wo er seiner eigentlichen Leidenschaft nachgehen kann: Immer wieder hatte er durchblicken lassen, dass er ein Faible für Schnaps hat. Und so besichtigen wir nun die hauseigene Brennerei, in der für die Region typische Obstbrände und Marc de Champagne hergestellt werden, seit neuestem jedoch auch Klassiker wie Whisky, Gin und Vodka, letzterer interessanterweise aus Trauben und nicht wie bei uns meist üblich aus Getreide oder Kartoffeln. Sehr spannend!

Aktuell steht die Anlage jedoch still und so steht für uns eigentlich jetzt schon fest: wir kommen wieder!

Die Distille

Schnaps-Fässer im Keller

Schnaps-Fässer im Keller: Whiskey und Vodka
Vielen Dank an Alexandre, Benoît und die ganze Familie Moutard für ihre Gastfreundschaft. Auf bald in Berlin oder Buxeuil!



Unsere Auswahl der Weine und Champagner von Moutard


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