Conserveira de Lisboa: 600 Dosen am Tag, von Hand in Papier gewickelt

Conserveira de Lisboa: 600 Dosen am Tag, von Hand in Papier gewickelt

1930 öffnete in der Rua dos Bacalhoeiros, unterhalb der Kathedrale in der Lissabonner Baixa, die Mercearia do Minho: Bohnen, Würstchen, Süßigkeiten, Konserven. Zwölf Jahre später hieß der Laden Conserveira de Lisboa und verkaufte fast nur noch Fisch in Dosen.

Einer der Gründungsgesellschafter war Konservengroßhändler, daher die Ausrichtung. Fernando da Silva Ferreira fing als Angestellter an und sparte so lange, bis er ein Drittel der Gesellschaft kaufen konnte. 1942 bekam die Firma ihren heutigen Namen, und im selben Jahr ließ sie ihre eigenen Marken eintragen. Drei davon gibt es bis heute: Tricana, Prata do Mar und Minor. Die Faustregel im Laden lautet, dass unter Minor eher die kleineren Fische aus dem Süden laufen und unter Tricana die größeren aus dem Norden. Sehr genau nimmt man es damit selbst dort nicht.

In den sechziger und siebziger Jahren lief das Geschäft so gut, dass zwei große Lager nötig waren. Dann brach die portugiesische Konservenbranche ein: Fabriken, die nicht modernisiert wurden, das Ende des Kolonialkriegs, Tiefkühlware, später die Supermärkte. Reihenweise machten Häuser dicht. Die Conserveira kam durch, weil ihr die eingetragenen Marken gehörten. Eine eigene Fabrik hatte sie nie. Gedost wird dort, wo der Fisch anlandet: die Sardinen in Matosinhos, der Thunfisch auf den Azoren.

Als Fernando da Silva Ferreira 1988 aufhören wollte, stand der Laden zum Verkauf. Sein Sohn Armando und dessen Frau Regina übernahmen die eine Hälfte, die andere ging an ein befreundetes Paar; 2004 gehörte die Firma den beiden ganz. Nach Armandos Tod 2008 kamen die Kinder Tiago und Maria Manuel dazu, die dritte Generation.

Conserveira de Lisboa - Laden

Am Laden selbst hat sich seit den Dreißigern wenig geändert. Portugiesisches Pflaster auf dem Boden, Holzregale bis unter die Decke, der alte Tresen, das Kontor hinter Milchglas, eine wuchtige Registrierkasse. Die Werbetafeln aus Glas mit ihren Sprüchen aus den dreißiger Jahren wurden restauriert. Verschwunden ist nur das Salzbecken, in dem früher der Thunfisch lag, den man damals noch lose verkaufte. Die Stadt Lissabon führt das Geschäft als Loja com História.

„Era assim em 1930, quando a empresa nasceu, assim continua hoje." — So war es 1930, als die Firma entstand, und so ist es heute noch. So beschreibt sich das Haus selbst.

Wir standen im Januar 2014 zum ersten Mal darin. Der Laden ist winzig: wenn fünf Kunden drin sind, ist er voll, und man fühlt sich wie die sprichwörtliche Sardine in der Dose. Selma Santos, die sich um den Export kümmert, nahm sich viel Zeit für uns. In einer Ecke saß eine Mitarbeiterin und wickelte die neutralen Dosen in das bedruckte Packpapier, eines für jede Marke. Ungefähr 600 Stück am Tag schafft sie damit. Man kann dabei stehen bleiben und zusehen, und die meisten tun das auch.

Conserveira de Lisboa - Innenansicht

Seitdem steht Tricana bei uns im Regal: Sardinen in Olivenöl, mit Zitrone, mit Pfeffer, in Tomate, Makrelenfilets in sieben Varianten, Thunfisch und drei Sorten Bacalhau. Einundzwanzig Dosen, alle in unserer Tricana-Kollektion.

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