Mai 17, 2018

Die Legende des Madeira Weins - Maitre Philippe & Filles


Mildes Klima, Madeira-Stickereien und der Madeira-Wein – das sind die drei Superstars der kleinen portugiesischen Insel, die bei Urlaubern so beliebt sind. Hinter dem Madeira-Wein verbirgt sich eine geschützte Bezeichnung des edlen Tropfens, der aus der Traube stammt, die in Madeira angebaut wird. Diese offizielle Betitelung dient wie bei Portwein, Parmesan oder Champagner dazu, Fälschungen zu verhindern.


Wie bei Portwein wird auch die Gärung bei Madeira vorzeitig gestoppt, indem Alkohol zugegeben wird. Ursprünglich war Zuckerrohrschnaps das Mittel der Wahl, heutzutage greifen die Produzenten häufig zu Brandy.


Der Madeira ist ein aufgespriteter Wein mit einem Alkoholgehalt von 17 - 22%, der gänzlich aus weißen Trauben gewonnen wird. Diese portugiesische Versuchung birgt eine schöne Geschichte: von der Entdeckung bis zum Herstellungsverfahren.

Wie wird Madeira hergestellt?

Die Herstellung des Madeira Weins - Maitre Philippe & Filles

Die Zugabe von Zuckerrohrschnaps findet ihren Ursprung in dem Wunsch, den Wein zu schützen. Da der Madeira besonders gern von Engländern konsumiert wurde, musste der Wein mit dem Schiff von Portugal nach England gebracht werden und von dort aus nach Amerika und in andere Teile Großbritanniens weiterziehen.


Um das Getränk zu stabilisieren, fügten die Seefahrer Alkohol hinzu. Da der Wein auf dem Schiff nicht vor der Sonne geschützt war, erhitzte sich dieser und verfärbte sich goldig-braun. Und zu ihrem Erstaunen stellten sie bei der Ankunft fest, dass der Wein nach der langen Verschiffung sogar noch besser schmeckte als zuvor.


In der Hitze liegt die Würze

So etablierte sich die Prozedur und der Wein wurde absichtlich auf dem Schiff um die Welt geschickt, um ihm so zu seinem herrlichen Geschmack zu verhelfen. Irgendwann erkannte man dann aber, dass der Schlüssel zum Erfolg nicht in der Schifffahrt lag, sondern in der Lagerung und Erhitzung.


So ging man dazu über, den Madeirawein in Fässern auf den Dachböden von Weinkellereien zu lagern, um sie dort der notwendigen Erwärmung durch die Sonne auszusetzen.


Diese Technik wird als Canteiro-Methode bezeichnet. Sie wird heute nur noch für die edelsten Madeiraweine verwendet. Die anderen begnügen sich mit der wesentlich wirtschaftlichen Methode, der sogenanntenEstufagem, in denen er Madeira inOfenräumen erhitzt wird, in denen die Hitze von 40 bis 75 °C künstlich erzeugt wird.


Was passiert bei dieser Methode genau? Durch die Zugabe des Schnapses wird der im Wein enthaltene Zucker nicht zu Alkohol, sondern setzt sich ab. Wie süß ein Madeira schmeckt, wird durch den Zeitpunkt des Gärstopps durch den Alkohol bestimmt. Wenn bereits viel Zucker vergärt ist, ist der Wein weniger süß als diejenigen mit kürzeren Gärzeiten.


Beim Erhitzen wird der Zucker zusätzlich karamellisiert, was dem Madeira seine einzigartige Farbe verleiht und zusätzlich für den so typischen Geschmack sorgt. Außerdem soll der Wein dadurch schneller reifen. So lagert er über einen Zeitraum von drei bis fünf Monaten bei Temperaturen von 40 bis 75 °C im Fass.


Diese Prozedur sorgt dafür, dass der Madeira sehr lange haltbar bleibt. Eine geöffnete Flasche kann sehr lange stehen bleiben, ohne schlecht zu werden. So kann es passieren, dass der Madeira, der zu Lebzeiten so mancher Großeltern geöffnet wurde, auch heute noch durchaus genießbar ist! 

Die gewisse Fass-Note

Die gewisse Fassnote des Madeira Weins - Maitre Philippe & Filles


Den größten Effekt auf den unvergleichlichen Geschmack des Madeira-Weins hat die Fasslagerung. Ein Madeira muss immer im Fass gelagert werden. Dabei gilt: je länger der Wein im Fass bleibt, desto besser der Geschmack. Die Fässer unterscheiden sich sehr und reichen von gemauerten Betonbottichen, über Glasballons bis zu Holzfässern und Stahltanks.


Durch die sehr lange Fasslagerung oxidiert der Wein durch den Kontakt mit Sauerstoff, was zur Folge hat, dass sich das Volumen des Weins reduziert. Diese Reduktion macht den Madeira komplex und sehr intensiv im Geschmack.


Der Madeira-Wein hat viel Tannin, aber auch einen hohen Säuregehalt. In der Nase macht sich die flüchtige Säure bemerkbar, im Mund reichen die Noten von süßer Schokolade bis zur herben Trockenheit.

Was unterscheidet den Madeira Wein vom Portwein?

Sowohl der Port als auch der Madeira wurden von englischen Händlern in die Welt eingeführt. Um die langen und kalten Winter auf der Insel zu überbrücken, trank die Obrigkeit gerne die Weine mit Biss, um sich aufzuwärmen.


Beide Weine zählen zu den aufgespriteten Weinen – die Kennzeichnung für die Zugabe des Alkohols im Gärungsprozess. Der Portwein wird allerdings aus roten Trauben hergestellt und meist durch die Zugabe von Weinbrand aufgespritet.


Im Gegensatz zum Madeira-Wein wird der Port nicht aufgewärmt, sondern kühl gelagert.

Die wichtigsten Rebsorten des Madeira Weins

Die wichtigsten Rebsorten des Madeira Weins - Maitre Philippe & Filles


Die Madeira Weine werden mindestens drei Jahre gelagert, die hochwertigen müssen fünf Jahre Lagerung aushalten und die exklusiven fangen bei 10 Jahren an und können irgendwann sogar ihr 40. Jubiläum feiern.


Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Sorten des Madeiraweins:

  • trocken / dry
  • halbtrocken / medium-dry
  • halb-süss / medium sweet / medium rich
  • süss / sweet / rich

Die zugelassenen Rebsorten aus denen der Madeirawein gewonnen wird, sind ausschließlich weiß und beschränken sich auf: Sercial, Verdelho, Boal, Malvasia und Tinta Negra Mole.


Sercial – Der Trockene

Aus dieser Traube entstehen trockene und säuerliche Weine. Die Sercial wird in den höheren Lagen der Insel Madeira angebaut und entfaltet sehr feine Mandelaromen.


Der Wein hat in jungen Jahren einen so hohen Säuregehalt, dass er nicht genießbar ist und eher eine lange Reifezeit von 20 Jahren braucht, um seinen Geschmack zu entfalten. Sercial-Weine gehören zu den hochwertigsten Madeira Weinen und werden meist leicht gekühlt als Aperitif serviert.


Verdelho – Der Halbtrockene

Die Verdelho ist eine launische Traube, da sie sehr schwer zu kultivieren ist. Doch die Weine, die daraus entstehen, haben Struktur und eine wunderschöne goldene Farbe.

Diese Rebe ist die Hauptsorte des beliebten “Rainwater Madeira”. Der typische Geschmack des Weins ist laut einer Legende daraus entstanden, dass eine Ladung Fässer am Strand durchnässt und somit verdünnt wurden.


Die Verdelhos sind halbtrocken und ein leichter Genuss für den Gaumen. Ihre Aromen erinnern an Trockenfrüchte und Honig, haben aber auch Noten von Schokolade und Kaffee in sich. Ideal zu Oliven und gerösteten Mandeln.


Boal – Der Halbsüße

Diese halbsüße Traube ist sehr aromatisch und ausbalanciert. Die Boals sind fruchtig und körperreich – eine süß-saure Variante des Madeira mit Aromen von Limone, Aprikose, Orangenschale, Karamell, Trockenobst und Kaffee.


Die jungen Boals sind wunderbare Begleiter für Weichkäse, die älteren dagegen sind herrlich zu Hartkäse. Auch Zigarrenliebhaber beanspruchen diesen Madeira Wein für sich.


Malvasia – Der Süße

Dieser sehr süße und reichhaltige Wein ist der bekannteste Madeira Wein. Die Malvasia Reben (auch als Malmsey bekannt) werden in den niedrigen Regionen von Madeira angebaut und bringen einen Dessertwein mit einer dunklen Farbe hervor.  


Die Aromen sind vielfältig und körperreich und erinnern an Marmelade, Vanille und Karamellbonbons. Der Malvasia passt wunderbar zu tropischem Obst, aber auch zu Trockenfrüchten sowie Walnüssen und Haselnüssen.


Auch für Süßes ist der Madeira-Wein ein harmonischer Begleiter. So kann dieser zu Nachspeisen wie Obsttorten und Kuchen getrunken werden, aber auch zu Butterkeksen, Schokolade und Petit-Fours.


Käseliebhaber kommen auch nicht zu kurz, denn Malvasia kombiniert sich perfekt mit den portugiesischen Käsesorten Serra und Serpa. Und auch die intensiven Blauschimmelkäse wie Roquefort, Stilton, Gorgonzola und Danish Blue können mit ihm mithalten.

Tinta Negra Mole – Der Allrounder

Die Tinta Negra Mole ist eine interessante Rebsorte, die alle Geschmacksvarianten bedienen kann, obwohl sie keine edle Traube ist. Ob trocken, halbtrocken, halbsüß oder süß – sie kann einfach alles. Daher entsteht aus ihr auch mehr als die Hälfte aller Madeiraweine.


Warum? Die Traube wird in unterschiedlichen Höhenlagen angebaut und enthält demnach mal mehr, mal weniger Zucker.

 

Durstig nach mehr Wissen über portugiesische Weine? Dann schauen Sie in unserem Artikel über die unterschiedlichen Weinkategorien aus Portugal vorbei. Mit diesen Infos beeindrucken Sie jeden Kenner. 

 

Über die Autorin

Inara Muradowa, SEO-Experte, Corporate Blogger, Shopify Partner - inara schreibt

Inara Muradowa ist SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.

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