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Château de Saint-Cosme, Gigondas

Von Philippe Causse am

Louis Barruol, Besitzer des Château de Saint Cosme, erzählt:

"Im Herzen der Cru-Lage Gigondas liegt das Weingut Château de Saint Cosme, behaftet mit einer einzigartigen Geschichte. Die in die Felsen hineingearbeiteten Gärbehälter aus Gallisch-Römischer Zeit sind uns bis heute in einem perfekten Zustand erhalten geblieben. Sie geben uns einen ziemlich genauen Einblick in das Leben unserer Vorfahren aus dieser Zeit. Unsere Familie erwarb das Weingut 1490 und hat seitdem 15 Generationen an Winzern gesehen. Heute haben wir 22 Hektar Weingärten mit alten Reben, die ein Durchschnittsalter von 60 Jahren haben und daher auch nur kleine Erträge produzieren. Die Bodenbeschaffenheit auf Saint Cosme ist ein geologisches Mosaik, verantwortlich dafür sind die Veränderungen seitens der Dentelles de Montmirail. Saint Cosme befindet sich genau zwischen zwei geologischen Spalten in einem kühlen und vegetativ verzögertem Mikroklima: dies bedeutet Ausgewogenheit, Frische und Finesse und diese Eigenschaften sind auch charakteristisch für unsere Weine.

Die Kapelle von Saint Cosme, im Herzen unserer Weinberge, ist ein Juwel seiner Zeit. Erbaut im 11. und 12. Jahrhundert steht sie als Beweis der puren romanischen Kunst: Schlichtheit, einfache Linien und Ausgewogenheit. Sie strahlt über das Weingut mit majestätischer Präsenz und verbreitet eine positive Atmosphäre. Der kleine, steile Aufstieg lohnt lohnt sich auf jeden Fall. Unsere Arbeit widmen wir „Saint Cosme“ mit dem Wunsch, das Beste aus dem Potential der Böden, des Terroirs und der alten Rebstöcke herauszuholen. Das historische Wissen, übermittelte Traditionen, der biologische Anbau und der Einklang mit unserem Terroir, das sind unsere Ratgeber. Schon 1972 war mein Vater, Henri Barruol, von biologischem Anbau überzeugt. Er wand sie nicht nur an um einen „reinen“ Wein zu bekommen, sondern auch um seine Reben und das Eco-System (vor allem das der Vögel) des Saint-Cosme-Tals zu schützen. Und dies mit gutem Gewissen in einer Zeit, als er noch seinen geernteten Gigondas-Wein an Händler verkaufte. Diese wichtige Überzeugung führen wir weiter. Wir verwenden weder Unkrautvernichtungs-Mittel, noch Kunstdünger oder Pestizide und auch keine synthetischen Produkte. Die Weinberge werden gepflügt und gehackt, unser Ecosystem ist dynamisch und ausgeglichen, unsere Böden sind lebendig.

Mit diesem familiären Winzerhintergrund habe ich 1997 eine Handelsagentur gegründet, die aber eigentlich mehr eine „Winzerhandwerk-Agentur-Handlung“ genannt werden kann. Ich habe auf diversen Reisen durch das Rhône-Tal das Gefühl gehabt, dass viele gute Lagen entweder nur wenig genutzt, unbekannt und/oder ignoriert werden. Etliche Orte haben mir so gefallen, dass ich Lust bekommen habe, hier etwas auszuprobieren. Ich will ein Händler der alten Art sein, einer, der diesen Job mit der Einstellung eines Winzers macht. Immer auf der Suche nach dem Geheimnis des Bodens und der Reben, sorgfältiges Arbeiten auch mit kleinen Cuvées, sich mit gleichgesinnten Winzern auszutauschen, die Weine schonend transportieren und jeden Tag etwas Gutes tun. Auf Saint Cosme machen wir fast alles in Handarbeit und das mit Sorgfalt und Reinheit. Ich will meine Weine so ausbauen, dass ihr Terroir und ihre Herkunft erkennbar sind, ich möchte Weine, die eine Persönlichkeit und ein Gleichgewicht haben. Und: sie sollen in Würde reifen können.

Die Weinernte 2010 auf Saint Cosme

Dieses Jahr haben wir, nach den Erlebnissen von 2009, die Freude an der Ernte wiedergefunden. Die Freude, Winzer zu sein, der mit Hilfe der Natur die Früchte seiner Arbeit einsammelt. Da wir die Natur nicht beherrschen können, versuchen wir halt, uns mit ihr zu einigen. 2008 war ein regnerisches und schwieriges Jahr, man musste viel aussortieren. In 2009 hatten wir das Problem des furchtbaren Hagels, der uns die Freude an der Ernte nahm. Das heißt, wir hatten zwei Jahre keine schöne Ernte auf Saint Cosme und haben entsprechend 2010 genossen. Nach dem Hagel von 2009 hatten wir dann einen entsprechend guten Ertrag, die nach einer etwas schwierigen Blütezeit in einer ausgeglichenen und guten Ernte endete.<7p>

Der Reifungsprozess in 2010 war langsam. Die kleine Verspätung des Frühjahrs wurde zwar niemals wirklich eingeholt, jedoch brachten ein paar gute Regenschauer im August ein unverzichtbares Gleichgewicht. Ergo haben wir recht spät, im Oktober, mit der Lese begonnen und gesundes reifes Lesegut eingefahren. Die Gärung verlief ohne nennenswerte Probleme, es erinnerte mich ein wenig an 2007. Die Harmonie war allgegenwärtig, ob in der Arbeit oder im Ergebnis.

Freude und Harmonie sind allgegenwärtig im Jahrgang 2010, der dank eines fantastischen Juni und Juli ein großartiges Weinjahr wurde. Nach einem etwas regnerischen Frühlings war die Blüte der alten Grenache-Reben etwas irritiert, jedoch der trockene Sommer stand als Garant für eine gesunde Lese. Die beiden Niederschläge im August haben wie immer eine ganz wichtige Bedeutung für die Reben, die nach der nötigen Wasserzufuhr gelassen weiterhin ihre Arbeit tun können. Aufgrund unserer Biodynamischen Arbeitsweise wurde unseren jungen Reben zu einem außergewöhnlichem Ergebnis verholfen. Die Kieselsäure, die dazu dient, das die Pflanze sich im Sommer um ihre Früchte kümmert, wurde im Juli quasi pulverisiert. Ergebnis: reifere und ausgeglichenere Frucht. Wie im Norden haben wir auch dieses Jahr spät geerntet. Die Ausgeglichenheit der Beeren hat mich an die 2005er Ernte erinnert: gute physiologische Reife, wunderbare Säurestruktur und vernünftige Alkoholgehalte. Die Gigondas-Weine sind in der Tat vorzüglich, mit einer tollen Balance und gutem Entwicklungspotential. Sehr „sauber“. Chateauneuf-du-Pape als eine eher heiße Lage hat enorm von dem verzögertem Reifungsprozess profitiert: wir haben es hier mit einem Chateauneuf alten Stils zu tun, wie in den 60er Jahren, weniger „laut“ aber mit mehr Finesse. Besonderes Lob muss man der Syrah aussprechen, die perfekte Bedingungen hatte und hier zu einem außergewöhnlichem Resultat kam. Aus der Distanz betrachtet würde ich meinen, der 2010er Jahrgang ist im Süden besser geworden als 2009 und wird uns, ähnlich dem 1999er, noch etliche positive Überraschungen bringen.

Text: Louis Barruol, Gigondas

 


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